Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Wissenswertes

Informieren Sie sich gerne über unsere augenheilkundlichen Möglichkeiten und Tipps!
  • Zügig handeln!
  • Auffällig? Dann genau hinschauen!
  • Auch die kleinen Heimtiere haben ihre Wehwehchen…
  • Kontaktlinsen für Tiere!
  • Bandagelinsen
  • Humanmedizinische Linsen
  • Mein Tier ist blind – was nun?
  • Hilfsmittel für blinde Hunde
Zügig handeln!

Grundsätzlich ist es sinnvoll, das Tier bei Beschwerden am Auge kurzfristig beim Tierarzt vorzustellen. Das Auge ist ein empfindliches Organ. Im frühen Stadium lassen sich viele Erkrankungen wesentlich besser behandeln als in einem fortgeschrittenen Stadium. Folgeschäden können teilweise durch rechtzeitiges Einschreiten verhindert werden.

Auffällig? Dann genau hinschauen!

Wenn Ihnen Trübungen, Rötungen oder sonstige Beschwerden wie Kneifen oder Tränen am Auge auffallen, ist eine Untersuchung ratsam. Auch Verhaltensänderungen wie Unsicherheiten und Aggressivität können mitunter auf ein schlechtes Sehvermögen zurückzuführen sein. Beim grünen Star z.B. ist der Augeninnendruck so erhöht, dass die Tiere durch die Schmerzen oft regelrecht apathisch werden. Auch Verletzungen können so schmerzhaft sein, dass das Tier verhaltensauffällig wird. Hier kann eine fachgerechte spezielle Therapie oft kleine Wunder bewirken.

Auch die kleinen Heimtiere haben ihre Wehwehchen…

Die häufigsten Patienten in einer Spezialpraxis sind nach wie vor Hund und Katze, doch immer mehr Heimtierhalter suchen Rat, wenn die Ratte, das Chinchilla oder das Meerschweinchen Augenprobleme zeigen.

Bei den kleinen Heimtieren treten häufig Verletzungen am Auge auf, z.B. durch Kämpfe mit Artgenossen. Biss- oder Kratzwunden können die Lider betreffen oder auch den Augapfel selbst. Auch Verletzungen der Hornhaut (Kornea) sind häufig. Oberflächliche Verletzungen der Hornhaut entstehen beispielsweise durch Einspießen von Heu oder Stroh. Mithilfe eines Handmikroskopes wird die Tiefe der Verletzung ermittelt, damit entsprechend therapiert werden kann.

Einige Tierarten neigen zu besonderen Problemen, so kommen z.B. beim Kaninchen häufig Entzündungen des Tränennasenkanals vor. Der Tränennasenkanal wird in solchen Fällen auf Durchgängigkeit geprüft und gespült. Je nach Fall wird zusätzlich mit Augentropfen behandelt. Da die Zahnwurzeln nahe am Tränennasenkanal liegen, können Entzündungen der Zähne auch den Kanal betreffen. Eine Untersuchung der Mundhöhle ist also ebenfalls sinnvoll.

Sowohl bei Kaninchen als auch bei Meerschweinchen treten Abszesse hinter dem Augapfel gehäuft auf. Solche Eiterherde drücken dann das Auge aus der Augenhöhle nach außen. Dadurch können die Lider nicht mehr richtig geschlossen werden und das Auge trocknet aus. Häufig steckt auch hier ein Zahnproblem hinter der Entwicklung, da sich die Zahnwurzeln durch die knöcherne Augenhöhle nach oben schieben können. Da der Bereich hinter dem Auge nicht einsehbar ist, wird diese Region mittels Ultraschall untersucht. Das speziell für die Augenheilkunde entwickelte Ultraschallgerät zeigt die Muskulatur und den Sehnerv hinter dem Auge und gegebenenfalls Entzündungsherde. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei.

Kontaktlinsen für Tiere!

Zum Schutz der Hornhaut vor mechanischen Schäden durch den Lidschlag kann man Hunden, Katzen und Kaninchen eine Kontaktlinse ohne Sehstärke einsetzen.

Anwendungsmöglichkeiten:
1. Hornhautverletzungen und Hornhautoberflächenveränderungen

Oberflächliche Hornhautverletzungen können starke Schmerzen verursachen. Der Schutz durch die Kontaktlinse bis zur Abheilung kann eine deutliche Schmerzlinderung bewirken. Oft wird auch eine Beschleunigung der Heilung erreicht.

2. Lidfehlstellungen (Entropium, Ektropium), Lidrandveränderungen, Fehlgestellte Haare die auf der Hornhaut reiben (Trichiasis, Distichiasis).

Mit der Kontaktlinse kann der Zeitraum bis zu einer chirurgischen Korrektur überbrückt werden. Zum Beispiel wenn das Narkoserisiko im Moment zu hoch ist, oder wenn die Zeit überbrückt werden muss bis das Tier ausgewachsen ist.

Bandagelinsen

Sauerstoffdurchlässige, weiche Kontaktlinsen in verschiedenen Größen und Krümmungsgraden. Diese Linsen sind speziell für Tiere angefertigt. Die Anpassung kann individuell mittels einer Schablone erfolgen.

Humanmedizinische Linsen

Diese sind flacher und kleiner als die Hornhautoberfläche der Tiere. Sie können aber eine Alternative sein, da sie deutlich kostengünstiger sind als Bandagelinsen.

Mein Tier ist blind – was nun?

Hunde und Katzen orientieren sich auf eine andere Weise!

Der Geruchssinn ist einer der wesentlichsten Faktoren. Getreu dem Motto – die Nase ist die Nr.1. Die Nasenleistung und der Tastsinn, der vor allem bei der Katze mit ihren langen Schnurrhaaren ausgeprägt ist, lässt das Sehen erst an zweiter Stelle stehen. Hinzu kommt die Erinnerung und die Gewöhnung.

Einige Tipps wie Sie Ihrem Tier die Umstellung erleichtern können:

Veränderungen vermeiden! Das heisst, alles muss so bleiben wie es ist, kein umstellen der Möbel, Futter- und Schlafplatz beibehalten!

Darauf achten keine „Fallen“ aufzustellen (Einkaufstaschen nicht stehen lassen, Stuhl wieder unter den Tisch rücken ect.)

Unfallvermeidung gerade in der Anfangszeit: Treppe absperren bis genug Sicherheit da ist, Garten einzäunen, Teich abdecken… Gehen Sie mit offenen „blinden“ Augen durch Ihr Zuhause, Ihnen fällt am besten auf, was gefährlich sein könnte…

Kommandos können nun nicht mehr nonverbal funktionieren. Eine Erweiterung der Palette ist sinnvoll. Einige Kommandos zu beherrschen ist sehr wichtig, wie zum Beispiel „Halt“, „Warte“, „Treppe“ und „Achtung“. Falls es mit der Gelehrigkeit nicht so gut klappt, kann man sich an eine Hundeschule wenden und gegebenenfalls auch Einzelunterricht erhalten um individuelle Tipps zu bekommen (z.B. Klicker-Training).

Bevor Sie ihr Tier berühren, sollten Sie es immer vorher ansprechen, damit es nicht erschrickt. Das blinde Tier kann von diesem, in seinen Augen ungerechten Angriff, so erschrecken, dass sein Verhalten sich ändert. Es kann auf alles ängstlich reagieren oder die Strategie „Angriff ist die beste Verteidigung“ wählen.

Das Gleiche gilt im Umgang mit Artgenossen! Kontakt mit fremden Artgenossen ist anfangs sehr schwierig. Hebt zum Beispiel der Artgenosse die Lefzen um in Ruhe gelassen zu werden und ihr Tier kommt weiterhin auf es zu, kann sich das fremde Tier sehr bedroht fühlen. Die darauffolgenden Reaktionen sind dann individuell, können allerdings auch mal „böse“ enden. Trotz alledem sollten Sie ihr Tier nicht von Artgenossen isolieren. Sie als Besitzer müssen für das Wohl des Tieres entscheiden, welches Tier entspannt genug ist, es mit einem sehbehinderten Tier aufzunehmen.

Katzen sollten keinen Freigang mehr bekommen und bei Hunden ist es wichtig, sie in der Nähe von Strassen ebenfalls unbedingt an der Leine geführt werden! Ein Brustgeschirr gibt hier sehr viel mehr Sicherheit als ein Halsband!

Weiterführende Literatur erhalten Sie auch bei uns.

Hilfsmittel für blinde Hunde

Es gibt besondere „Kleidungsstücke“ speziell für blinde oder stark sehbehinderte Hunde – so können beim Spaziergang entgegenkommende Fussgänger rechtzeitig Rücksicht nehmen. Auch für andere Hundehalter, auf die man während des Gassigehens trifft ist es sehr hilfreich, sie können ihre Hunde zurücknehmen und somit ein vorsichtiges Beschnuppern ermöglichen…

Wir haben sowohl spezielle Literatur als auch Duft-Bällchen, Kauartikel und Kennzeichen für sehbehinderte Hunde in unserem kleinen Shop..

Was tun im Notfall?

Sie erreichen die notdiensthabenden Tierärztinnen unter einer Handy-Nummer, die außerhalb unserer Öffnungszeiten auf dem Anrufbeantworter aufgesprochen ist. Unsere Festnetznummer ist 0 64 03 – 97 27 77

Bitte rufen Sie IMMER kurz an, bevor Sie sich auf den Weg in die Praxis machen!


  • Trübung des Auges
  • Plötzliche Erblindung
  • Fremdkörper im Auge
  • Vorfall des Augapfels
  • Rötung des Auges
Trübung des Auges

Trübungen der Hornhaut deuten meist auf ernsthafte Entzündungen oder Drucksteigerungen des Auges hin.  Auch Verletzungen der Hornhaut können zur Eintrübung führen.  Ein Besuch beim Tierartz / Tierärtzin ist dringend anzuraten.

Plötzliche Erblindung

Eine plötzliche Erblindung Ihres Tieres kann verschiedene Ursachen haben. Die Chance, das Sehvermögen zu retten, ist umso größer, je eher das Tier vorgestellt wird.

Fremdkörper im Auge

Fremdkörper, wie z.B. Dornen oder Rindenteile, können sich am Auge einspiessen oder auflagern. Besonders wenn der Fremdkörper in oder auf der Hornhaut sitzt, ist eine schnelle Entfernung notwendig. Bleibt der Fremdkörper dort, kann er sich mit jedem Lidschlag weiter in die Hornhaut einarbeiten und ist dann umso schwieriger zu entfernen.

Bitte ziehen Sie aber auf keinen Fall selbst an dem Fremdkörper, auch wenn er noch so leicht zu entfernen scheint. Wenn er bis in das Auge hineinragt, eröffenen Sie beim Herausziehen das Auge und die Flüssigkeit aus dem Auge läuft aus.

Auch in diesem Fall ist ein Reiben oder Kratzen des Tieres dringend zu vermeiden.

Vorfall des Augapfels

Der Augapfel kann aufgrund eines Unfalls oder bei bestimmten Rassen auch ohne massive Einwirkung von außen aus der Lidspalte heraustreten. Besonders bei Autounfällen oder Beißereien kann es dazu kommen. Hunde, deren Lidspalte besonders groß ist und die ein eher flaches Gesicht haben, wie z.B. Pekinesen oder Shi Tzus sind stärker gefährdet als andere. Bei diesen Rassen sollte sogar vermieden werden, die Haut bei einem Griff in den Nacken hochzuziehen, da damit die Lidspalte auseinandergezogen wird und das Auge kaum noch Halt hat. Bei Katzen kommt ein Vorfall des Augapfels eher selten vor.

Wenn möglich, sollte sofort versucht werden, die Lider wieder über das Auge zu ziehen oder zu schieben und den Augapfel dabei evtl. mit leichtem Druck (mit einem feuchten, kalten Tuch) wieder zurückzudrücken. Gelingt dies nicht, muss das Auge so gut wie möglich geschützt werden. Vor allem sollte es feucht gehalten werden; ein sanftes Kühlen verhindert das weitere Anschwellen.

Bitte auch in diesem Fall unbedingt das Tier daran hindern, sich zu Kratzen oder zu Reiben! Eine schnelle Vorstellung bei Ihrem Tierarzt/Tierärztin ist jetzt extrem wichtig, denn je länger das Auge vorgefallen ist, desto schlechter stehen die Chancen, dass ein Zurückverlagern möglich ist und das Auge dabei sehfähig bleibt.

Rötung des Auges

Eine Rötung der Bindehaut kann Anzeichen einer recht harmlosen Bindehautentzündung sein. Die Bindehaut reagiert aber fast immer auch dann mit, wenn im inneren Auge krankhafte Prozesse im Gange sind. Beispielsweise ist das Auge auch stark gerötet, wenn ein erhöhter Augeninnendruck vorliegt oder eine Entzündung der inneren Strukturen des Auges. Diese Erkrankungen sind sehr ernstzunehmen, da sie zur Erblindung führen können. Bei ausgeprägten Fällen können Sie eine Trübung der Hornhaut und eine veränderte Pupillengröße beobachten.

Oft ist eine Unterscheidung aber nur mit speziellen Untersuchungsinstrumenten möglich. Daher ist eine Vorstellung beim Tierarzt / bei der Tierärztin auch hier sinnvoll.

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