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Wissenswertes

Wir drücken gern ein Auge zu

Und halten mit Tipps und Tricks nicht hinterm Berg. Lieben wir die Vierbeiner doch genauso wie Sie…

Also - Stöbern Sie gern ein wenig in unseren Erfahrungen!

Kontaktlinsen für Tiere!

Zum Schutz der Hornhaut vor mechanischen Schäden durch den Lidschlag kann man Hunden, Katzen und Kaninchen eine Kontaktlinse ohne Sehstärke einsetzen.

 

Anwendungsmöglichkeiten:
1. Hornhautverletzungen und Hornhautoberflächenveränderungen

Oberflächliche Hornhautverletzungen können starke Schmerzen verursachen. Der Schutz durch die Kontaktlinse bis zur Abheilung kann eine deutliche Schmerzlinderung bewirken. Oft wird auch eine Beschleunigung der Heilung erreicht.

 

2. Lidfehlstellungen (Entropium, Ektropium), Lidrandveränderungen, Fehlgestellte Haare die auf der Hornhaut reiben (Trichiasis, Distichiasis).

Mit der Kontaktlinse kann der Zeitraum bis zu einer chirurgischen Korrektur überbrückt werden. Zum Beispiel wenn das Narkoserisiko im Moment zu hoch ist, oder wenn die Zeit überbrückt werden muss bis das Tier ausgewachsen ist.

Auffällig? Dann genau hinschauen!

Wenn Ihnen Trübungen, Rötungen oder sonstige Beschwerden wie Kneifen oder Tränen am Auge auffallen, ist eine Untersuchung ratsam. Auch Verhaltensänderungen wie Unsicherheiten und Aggressivität können mitunter auf ein schlechtes Sehvermögen zurückzuführen sein. Beim grünen Star z.B. ist der Augeninnendruck so erhöht, dass die Tiere durch die Schmerzen oft regelrecht apathisch werden. Auch Verletzungen können so schmerzhaft sein, dass das Tier verhaltensauffällig wird. Hier kann eine fachgerechte spezielle Therapie oft kleine Wunder bewirken.

Auch die kleinen Heimtiere haben ihre Wehwehchen...

Die häufigsten Patienten in einer Spezialpraxis sind nach wie vor Hund und Katze, doch immer mehr Heimtierhalter suchen Rat, wenn die Ratte, das Chinchilla oder das Meerschweinchen Augenprobleme zeigen.

 

Bei den kleinen Heimtieren treten häufig Verletzungen am Auge auf, z.B. durch Kämpfe mit Artgenossen. Biss- oder Kratzwunden können die Lider betreffen oder auch den Augapfel selbst. Auch Verletzungen der Hornhaut (Kornea) sind häufig. Oberflächliche Verletzungen der Hornhaut entstehen beispielsweise durch Einspießen von Heu oder Stroh. Mithilfe eines Handmikroskopes wird die Tiefe der Verletzung ermittelt, damit entsprechend therapiert werden kann.

 

Einige Tierarten neigen zu besonderen Problemen, so kommen z.B. beim Kaninchen häufig Entzündungen des Tränennasenkanals vor. Der Tränennasenkanal wird in solchen Fällen auf Durchgängigkeit geprüft und gespült. Je nach Fall wird zusätzlich mit Augentropfen behandelt. Da die Zahnwurzeln nahe am Tränennasenkanal liegen, können Entzündungen der Zähne auch den Kanal betreffen. Eine Untersuchung der Mundhöhle ist also ebenfalls sinnvoll.

 

Sowohl bei Kaninchen als auch bei Meerschweinchen treten Abszesse hinter dem Augapfel gehäuft auf. Solche Eiterherde drücken dann das Auge aus der Augenhöhle nach außen. Dadurch können die Lider nicht mehr richtig geschlossen werden und das Auge trocknet aus. Häufig steckt auch hier ein Zahnproblem hinter der Entwicklung, da sich die Zahnwurzeln durch die knöcherne Augenhöhle nach oben schieben können. Da der Bereich hinter dem Auge nicht einsehbar ist, wird diese Region mittels Ultraschall untersucht. Das speziell für die Augenheilkunde entwickelte Ultraschallgerät zeigt die Muskulatur und den Sehnerv hinter dem Auge und gegebenenfalls Entzündungsherde. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei.

Mein Tier ist blind - was nun?

Hunde und Katzen orientieren sich auf eine andere Weise!

Der Geruchssinn ist einer der wesentlichsten Faktoren. Getreu dem Motto – die Nase ist die Nr.1. Die Nasenleistung und der Tastsinn, der vor allem bei der Katze mit ihren langen Schnurrhaaren ausgeprägt ist, lässt das Sehen erst an zweiter Stelle stehen. Hinzu kommt die Erinnerung und die Gewöhnung.

 

Einige Tipps wie Sie Ihrem Tier die Umstellung erleichtern können:

Veränderungen vermeiden! Das heisst, alles muss so bleiben wie es ist, kein umstellen der Möbel, Futter- und Schlafplatz beibehalten!

 

Darauf achten keine "Fallen" aufzustellen (Einkaufstaschen nicht stehen lassen, Stuhl wieder unter den Tisch rücken ect.)

 

Unfallvermeidung gerade in der Anfangszeit: Treppe absperren bis genug Sicherheit da ist, Garten einzäunen, Teich abdecken... Gehen Sie mit offenen "blinden" Augen durch Ihr Zuhause, Ihnen fällt am besten auf, was gefährlich sein könnte...

 

Kommandos können nun nicht mehr nonverbal funktionieren. Eine Erweiterung der Palette ist sinnvoll. Einige Kommandos zu beherrschen ist sehr wichtig, wie zum Beispiel "Halt", "Warte", "Treppe" und "Achtung". Falls es mit der Gelehrigkeit nicht so gut klappt, kann man sich an eine Hundeschule wenden und gegebenenfalls auch Einzelunterricht erhalten um individuelle Tipps zu bekommen (z.B. Klicker-Training).

 

Bevor Sie ihr Tier berühren, sollten Sie es immer vorher ansprechen, damit es nicht erschrickt. Das blinde Tier kann von diesem, in seinen Augen ungerechten Angriff, so erschrecken, dass sein Verhalten sich ändert. Es kann auf alles ängstlich reagieren oder die Strategie „Angriff ist die beste Verteidigung“ wählen.

 

Das Gleiche gilt im Umgang mit Artgenossen! Kontakt mit fremden Artgenossen ist anfangs sehr schwierig. Hebt zum Beispiel der Artgenosse die Lefzen um in Ruhe gelassen zu werden und ihr Tier kommt weiterhin auf es zu, kann sich das fremde Tier sehr bedroht fühlen. Die darauffolgenden Reaktionen sind dann individuell, können allerdings auch mal „böse“ enden. Trotz alledem sollten Sie ihr Tier nicht von Artgenossen isolieren. Sie als Besitzer müssen für das Wohl des Tieres entscheiden, welches Tier entspannt genug ist, es mit einem sehbehinderten Tier aufzunehmen.

 

Katzen sollten keinen Freigang mehr bekommen und bei Hunden ist es wichtig, sie in der Nähe von Strassen ebenfalls unbedingt an der Leine geführt werden! Ein Brustgeschirr gibt hier sehr viel mehr Sicherheit als ein Halsband!


Weiterführende Literatur erhalten Sie auch bei uns.